In den Napf geschaut: Warum eine Rationsberechnung sinnvoll sein kann
Alter, Gesundheitszustand, Aktivitätsniveau und individuelle Bedürfnisse verändern sich im Laufe eines Hunde- oder Katzenlebens. Dadurch kann es notwendig werden, eine ursprünglich passende Fütterung anzupassen. Eine regelmäßige Überprüfung der Futterration ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der ernährungsmedizinischen Betreuung von Hunden und Katzen.
In allen Fragen rund um die Ernährung arbeiten wir eng mit der auf Tierernährung spezialisierten Tierärztin Dr. Annika Naujok zusammen. Ziel einer Rationsberechnung ist es, mögliche Nährstofflücken oder -überschüsse frühzeitig zu erkennen, die Versorgung mit Energie und essenziellen Nährstoffen sicherzustellen und die Ernährung optimal an die jeweilige Lebenssituation von Tier und Halter anzupassen.
Ein aktuelles Beispiel aus unserer Fachtierarztpraxis ist die knapp 14-jährige Labradorhündin Nela. Bei ihr besteht bereits seit längerer Zeit eine chronische Nierenerkrankung. Im April fiel bei einer Blutuntersuchung ein Proteinmangel auf. Da weder über den Urin noch über den Darm ein Eiweißverlust nachgewiesen werden konnte, empfahlen wir eine Überprüfung ihrer bisherigen Fütterung.
Die Analyse zeigte: Das verwendete Nierendiätfutter erfüllte die grundlegenden Anforderungen sehr gut. Allerdings ergab die Rationsberechnung, dass die tägliche Eiweißzufuhr für Nelas individuellen Bedarf zu niedrig war. Zwar ist bei chronischen Nierenerkrankungen eine Reduzierung des Proteingehalts häufig sinnvoll, gleichzeitig muss jedoch ausreichend Eiweiß zur Verfügung stehen, um Muskulatur, Gewebe und wichtige Körperfunktionen zu erhalten.
Auf Grundlage der Berechnung wurde Nelas tägliche Futtermenge um 30 Gramm erhöht. Dadurch konnten sowohl die Energie- als auch die Proteinversorgung verbessert werden.
Sechs Wochen später stellte sich Nela erneut zur Kontrolle vor. Die Ergebnisse waren erfreulich: Im Blutbild zeigte sich kein Proteinmangel mehr, und die Nierenwerte waren weiterhin stabil.
„Besonders bei chronischen Erkrankungen kann die Ernährung einen entscheidenden Beitrag zum Erhalt der Lebensqualität leisten“, erklärt Dr. Annika Naujok. „Eine bedarfsgerechte Ration unterstützt den Organismus, entlastet betroffene Organsysteme und kann dazu beitragen, das Fortschreiten bestimmter Erkrankungen positiv zu beeinflussen.“
Sie möchten mehr über die Ernährung Ihres Hundes oder Ihrer Katze erfahren? Sprechen Sie uns gerne an. Weitere Informationen rund um die Tierernährung finden Sie auch unter www.futter-verstehen.de.

